Celestron

Winterliche Planetenkonstellation am Abendhimmel

Michael Risch
Michael Risch
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17. Januar 2025
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Wer sich für unser Sonnensystem interessiert, kann sich in diesem Winter über eine außergewöhnlich schöne Konstellation freuen: Die vier hellsten Planeten sind mit dem bloßen Auge gleichzeitig am Abendhimmel sichtbar, und zwei weitere Planeten lassen sich mit Fernglas und Teleskop aufspüren.

Sofort nach Sonnenuntergang erscheint die Venus hellstrahlend mit -4,7mag am dunkelblauen Himmel im Westen, links darüber deutlich lichtschwächer der Ringplanet Saturn. Hoch im Süden steht Jupiter mit -2,6mag in einem gelblich weißen Licht, im Osten leuchtet orange mit -1,3mag der rote Planet Mars. Den Planeten gemeinsam ist, dass sie nicht „flackern“ wie Sterne, da Ihr Licht nicht von einer Punktquelle ausgeht, wie bei den sehr viel weiter entfernten Sternen, sondern von einem flächigen Scheibchen.

Die hellsten Planeten am Abendhimmel des 16. Januar um 18 Uhr in Deutschland

Wie an einer Schnur aufgehängt bilden diese vier hellen Planeten eine Kette, welche die Ekliptik nachzeichnet – die Ebene der Umlaufbahnen der Planeten unseres Sonnensystems.

Uranus und Neptun sind nicht mit bloßem Auge zu sehen. Mit einem einem Teleskop und einer detaillierteren Sternkarte finden Sie Neptun links oberhalb von Saturn, der etwas hellere Uranus steht rechts oberhalb von Jupiter.

Für irdische Teleskop-Beobachter ist 2025 für drei dieser Planeten ein besonderes Jahr:

  • Saturn: Wir blicken auf die Kante seiner Ringe, was nur alle ca. 15 Jahre der Fall ist. Die Ringe sind derzeit nur ein dünner Strich und in kleinen Teleskopen fast unsichtbar. Das lässt ihn auf den ersten Blick weniger spektakulär erscheinen, bietet aber für die Besitzer etwas größerer Teleskope einige interessante Effekte. Denn nur wenn Saturn und Erde in dieser Stellung sind, ziehen die großen Saturnmonde vor oder hinter dem Planeten vorbei (statt darüber oder darunter), werfen ihren Schatten auf ihn und werden selbst vom Schatten des Saturn bedeckt. Eine sehr gute Erklärung und Zusammenfassung finden Sie auf https://www.waa.at/hotspots/planeten/saturn-2024-2026-titan-transits/
  • Mars: Der rote Planet hat am 16. Januar seine Oppositionsstellung erreicht, er steht also in Erdnähe genau gegenüber der Sonne. Da seine Bahn elliptisch ist und nicht kreisrund, ist er in diesem Jahr deutlich weiter entfernt von der Erde als bei der letzten Opposition und daher im Teleskop mit 15 Bogensekunden recht klein. Mit einem leistungsfähigen Teleskop ab etwa 8 Zoll Öffnung gelingt es dennoch, einige Details auf dem Planeten zu sehen. Der Anblick ändert sich im Laufe des Abends und noch mehr im Laufe mehrerer Tage, denn der Mars hat mit 24 Stunden und 37 Minuten eine etwas schnellere Rotationszeit als unsere Erde. Auf der Nordhalbkugel des Mars ist Frühling. Die große Nordpolkappe ist sehr gut zu sehen, sie taut derzeit ab.
  • Jupiter steht sehr hoch am Himmel und ist daher so klar und deutlich in Teleskopen zu beobachten wie seit fast einem Jahrzehnt nicht, was an seiner Umlaufzeit um die Sonne (11 Jahre) liegt. Schon mit Teleskopen ab ca. 10cm Öffnung sieht man außer den dominanten braunen und weißen Wolkenstreifen auch noch den Großen Roten Fleck (den größten Sturm des Sonnensystems) sowie weitere Flecken und Stürme.

Unser Kunde Michael Karrer hat uns einige Fotos zugeschickt, die er in den letzten Wochen mit seinem Celestron C14 auf einer AstroPhysics GTO 1100 Montierung aufgenommen hat. Sie zeigen beispielhaft was ein technisch sehr gut ausgerüsteter und sehr erfahrener Astrofotograf heutzutage aufnehmen kann. Mit seinem C14 Teleskop kann er viele Details der Marsoberfläche aufzulösen. Jupiter mit dem großen roten Fleck und einer Unmenge von weiteren Wolkenstrukturen erinnert schon an Aufnahmen des Hubble Teleskop. Das Foto von Saturn zeigt die Ringe nahe der Kantenstellung und den Mond Titan, der hinter dem Planeten liegt und von dessen Schatten bedeckt wird.

Wenn man diese herausragenden High Tech Fotos betrachtet und danach durch ein Teleskop schaut, wird man natürlich vom visuellen Anblick enttäuscht sein. Selbst in größeren Geräten sieht man Jupiter nicht in diesem Detailreichtum, der durch das aufwendige „Lucky Imaging“ Verfahren, also das Aufsummieren vieler kurz belichteter Einzelbilder und anschließende Nachbearbeitung, entsteht.

Aber der eigene Blick auf einen Planeten, der direkte Kontakt mit ihm, sich vorzustellen das sein Licht das halbe Sonnensystem durchquert hat, um im eigenen Auge zu landen, hat eine spezielle Faszination. Die Planetenkonstellation am Winterhimmel bietet also für jeden etwas, ganz gleich, ob man nur mit dem bloßen Auge den Anblick genießt, oder mit dem Teleskop versucht die Details zu sehen oder gar zu fotografieren.

Wir wünschen viel Freude bei der Planetenjagd!

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In unserer Himmelsvorschau für 2025 finden Sie ausführliche Informationen zur totalen Mondfinsternis, mehreren Planetenoppositionen und bedeutende Meteorströme wie die Perseiden und Geminiden, sowie Produktempfehlungen.