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Die Mondfotografie durch ein Teleobjektiv
Hierzu gibt es eigentlich wenig zu sagen. Wenn Sie Ihre Kamera technisch im Griff haben, sollte es Ihnen mühelos gelingen, damit Mondaufnahmen zu erstellen. Die Brennweite des Teleobjektivs sollte schon so zwischen 200- und 500mm liegen. Kurze Brennweiten lassen sich über so genannte Teleextender oder Telekonverter aus dem Fotofachhandel um den Faktor 2 bis 3-fach verlängern.
Merkur-25-07-01: Mondsichel mit aschgrauem Mondlicht, zusammen mit Merkur und Regulus. Canon 60D mit 200mm Teleobjektiv, ASA 200, 10 Sekunden belichtet.

Mond und Venus: Mondsichel mit aschgrauem Mondlicht zusammen mit Venus. Canon 60D mit 135mm Teleobjektiv, ASA 100, 5 Sekunden belichtet.
Die Mondfotografie durch ein Teleskop
Hier ersetzt die Teleskopoptik mit ihrer längeren Brennweite das normale Objektiv Ihrer Kamera. Das heißt, das Objektiv wird von der Kamera entfernt, und das Kameragehäuse wird über einen Adapter direkt an den Okularauszug Ihres Teleskop gekoppelt. Diese Art der Fotografie nennt man dann fokale Mondfotografie. Früher, als noch analog fotografiert wurde, hat man oft – um das Mondbild zu vergrößern – auch die so genannte Projektionsmethode eingesetzt. Bei dieser Art der Fotografie wurde das Mondbild mit einem Okular im Okularauszug – über einen mechanischen Abstand – direkt auf den Film projiziert. Heute gibt es einige sehr hochwertige optische Bauelemente, um die Teleskopbrennweite zu verlängern, und die Methode der Okularprojektion wird kaum noch eingesetzt – heute wird sie eher bei Spektiven angewendet, an denen nur mit dem Kameragehäuse ohne Okular kein scharfes Bild möglich ist. Am Teleskop ist diese Art der Fotografie mit dem OPFA möglich, wenn das Okular nicht von Haus aus den Anschluss eines T-Rings ermöglicht. Mehr zum Kameraanschluss finden Sie auch in dem PDF Digiskopie. Was brauchen Sie an Zubehör?- Nun, erst einmal natürlich ein Teleskop, dann
- Ihre digitale Spiegelreflexkamera,
- einen
- einen T-2 Adapter, passend zu Ihrer Kamera
- einen Fernauslöser und gegebenenfalls
- ein UV/IR Sperrfilter (später dazu mehr)
Teleskop und Teleskopmontierung:
Als Teleskop kann praktisch jedes optische Design zum Einsatz kommen, egal ob Refraktor, Newton, Schmidt-Cassegrain oder Maksutow. Einzige Vorraussetzung: der Okularauszug des Teleskops muss über einen 2 Zoll Anschluss verfügen. Teleskopöffnungen von 80- 200mm und Brennweiten von 600- bis 2.000mm sind optimal einsetzbar. Da bei der fokalen Mondfotografie mit relativ kurzen Belichtungszeiten gearbeitet wird, kann auch eine azimutale Montierung eingesetzt werden. Hier muss man zwar alle paar Sekunden das Mondbild neu im Kamerasucher zentrieren, aber bei den kurzen Belichtungszeiten werden die Bilder auch scharf. Eine parallaktische Montierung mit elektrischer Nachführung, die vielleicht sogar auf Mondgeschwindigkeit gestellt werden kann, macht die Mondfotografie sehr bequem, und man kann sich ausschließlich auf die Aufnahmen konzentrieren. Ein Dobson-Teleskop kann problematisch sein, da die Fokuslage oft nicht für den fotografieschen Einsatz ausgelegt ist. Die Kamera muss näher an den Tubus als das Okular – einige Geräte haben eine Verlängerungshülse für Okulare, die für den fotografischen Einsatz entfernt werden muss.Kamera:
Jede digitale Spiegelreflexkamera (DSLR) kann zur fokalen Mondfotografie eingesetzt werden. Auch DSLM (Kameramodelle ohne Klappspiegel und optischen Sucher) sind einsetzbar. Am häufigsten verbreitet sind sicher die Modelle von Canon, Nikon und neuerdings auch Sony. Vorteilhaft sind Kameras, die über einen klapp- und schwenkbaren LCD Monitor verfügen. Der lässt sich in allen Kamerapositionen so einstellen, dass man – ohne sich Rücken und Kopf zu verrenken – bequem fokussieren kann. Beim Einsatz von Kameras OHNE schwenkbaren LCD Sucher kommt schnell der Wunsch auf, zwischen Okularauszug und Kamera einen Zenitspiegel einzusetzen. In steilen Teleskoplagen hat man dann auch einen bequemen Suchereinblick. Allgemein vermeidet man aber in der Fotografie optische Zusatzelemente im Strahlengang. Setzen Sie also einen Zenitspiegel oder anderes Zubehör nur dann in den Strahlengang, wenn sie sicher sind, dass sie eine sehr hohe optische Qualität haben. Fokussiert wird generell über den „live view Modus“ und NICHT über den optischen Sucher. Der Einsatz eines Fernauslösers zur Auslösung der Belichtung empfiehlt sich dringend, speziell wenn das Teleskop auf einer instabilen Montierung befestigt ist.Vollformat oder APS-C Chip?
Die Kamerawahl zwischen einer Vollformatkamera (Chipgröße entspricht dem analogen Kleinbildformat von 24x36mm) oder einer Kamera mit einem APS-C Chip (25x17mm) ist primär völlig unerheblich. Wichtig ist hier die Aufnahmebrennweite, mit der das Mondbild aufgenommen werden soll. Bei dem größeren Chipformat einer Vollformatkamera kann diese logischerweise länger als bei Aufnahmen mit APS-C Kameras sein. Als Faustformeln zur Abbildung des gesamten Mondes können gelten:Vollformat: bis knapp 2.300mm Aufnahmebrennweite, APS-C Format: bis knapp 1.600mm Aufnahmebrennweite.
Eine weitere Faustformel: 1.000mm Aufnahmebrennweite = Mondbild 1cm Durchmesser auf dem Chip. Die genaue Formel zur Brennweitenbestimmung zur Aufnahme des gesamten Mondbildes lautet:Maximale Brennweite der Aufnahmeoptik [mm] = Höhe des Bildsensors [mm] dividiert durch den Monddurchmesser [Bogenminuten]
Den aktuellen Wert des Monddurchmessers findet man in beliebigen astronomischen Planetariumsprogrammen, wie Guide, Redshift, The Sky oder auch The Virtuell Moon. Lassen Sie den Autor eine persönliche Bemerkung machen. In der Fotoliteratur wird zwischen Vollformat und APS-C immer wieder ein so genannter Cropfaktor erwähnt. Er beträgt zwischen APS-C und Vollformat ungefähr 1,6fach. Der wird in fast aller Literatur – auch in astronomischer – immer wieder auf die Brennweite angewendet. Da werden dann aus 1.000mm Brennweite plötzlich nur noch 625mm (1.000/1.6). Das ist natürlich kompletter Unsinn, denn 1.000mm Brennweite bleiben natürlich 1.000mm Brennweite, egal wie groß der Aufnahmechip ist. Was sich verändert, ist die abgebildete Gesichtsfeldgröße, die beim APS-C Chip natürlich kleiner ist als beim Vollformatchip.Aufnahmemodus Monochrome (Schwarz-Weiß) oder RGB (Farbe)
Da der Mond nur im reflektierten Sonnenlicht leuchtet, sollte er weiß bis grau erscheinen. Beobachtet man ihn im Teleskop visuell, erscheint er leicht gelblich gefärbt. Allerdings ist es dem Autor noch nie gelungen, diesen visuellen Eindruck in einem Farbbild wieder zu geben. Nehmen Sie Ihre Mondbilder trotzdem im RGB (Rot, Grün, Blau) Farbmodus auf. So können Sie zum Beispiel 20 oder 30 Aufnahmen mit einer geeigneten Software stacken und in der Bildverarbeitung die Farbsättigung anheben. Mit dieser Methode können Sie dann unter anderem verschiedene Farbschattierungen in der Lava der Mondmeere sichtbar machen, die die verschiedenen chemischen Zusammensetzungen zeigen. Wollen Sie monochrome Mondbilder erstellen, splitten Sie mit der Bildbearbeitungssoftware das Farbbild in die 3 RGB Kanäle. Wenn Sie Ihre Mondbilder mit einem Refraktor von nicht so hoher optischer Qualität aufgenommen haben, wählen Sie zur Weiterverarbeitung den Grünkanal. Dieser wird die höchste Bildschärfe zeigen, denn Refraktorobjektive sind für diesen Farbbereich besonders gut korrigiert.Das Dateiformat
Üblicherweise werden in DSLR/DSLM Kameras die Bilder im .jpg- oder in einem kamera-spezifischen .raw Format abgespeichert. Nahezu jede Kamera lässt sich aber so einstellen, dass beide Bildformate parallel auf der Speicherkarte, bzw. dem angeschlossenen Rechner/Laptop abgespeichert werden. Das .jpg Format braucht wenig Speicherplatz, das Bild wird aber kameraintern bearbeitet und komprimiert. Darüber, auf welche Weise das Bild bearbeitet wird und wie stark es komprimiert wird, haben Sie als Nutzer KEINEN Einfluss. Das .raw Format speichert das Bild unkomprimiert und unbearbeitet ab. Sie haben später in der Bildbearbeitung jede Möglichkeit, das Rohbild Ihren Vorstellungen anzupassen. Selbst eine Änderung des Weißabgleichs ist nachträglich nötig. Sind Sie Einsteiger, begnügen Sie sich zunächst mit den Bildern in .jpg Format zur Nachbearbeitung. Sichern Sie aber die Bilder im .raw Format auf Ihrer Festplatte. So können Sie später, mit einiger Erfahrung in der Bildbearbeitung, noch mehr aus Ihren Bildern herausholen. Achten Sie bei den Kameraeinstellungen darauf, dass die Bilder mit der höchstmöglichen Pixelanzahl abgespeichert werden.Filter
Nehmen Sie Ihre Mondbilder mit Refraktoren auf, empfehle ich den Einsatz eines UV/IR Sperrfilters. Der 2“/T-2 Adapter hat innen ein M48 Gewinde, in das die 2“ Standardfilter eingeschraubt werden können. Dieses Filter beschneidet das Spektrum auf den visuellen Bereich und blendet Wellenlängen, die ein Refraktor nicht mehr scharf wiedergeben, kann aus. Selbst mit qualitativ schlechten Refraktorobjektiven und hoher Farbrestchromasie (Farbfehler) lassen sich noch erstaunlich gute Mondbilder aufnehmen. Baader bietet ein 2“ Semi Apo Filter an, welches einen Großteil der Restchromasie korrigiert. Unterschätzen Sie den Einfluss der Restchromasie nicht. Auch wenn das Mondbild annä-hernd monochrom aussieht, enthält es dennoch Anteile aus rotem, grünem und blauem Licht. Ist das Objektiv nicht in der Lage, diese drei Spektralbereiche in einem Fokus zu bündeln, wird das resultierende Mondbild unscharf sein.Praxis
Nun aber los, es ist ein lauer Frühlingsabend und der Halbmond steht hoch am Himmel. Schnell das Teleskop aufgestellt und die Kamera angeflanscht. Wenn vorhanden, die elektrische Nachführung der Montierung aktivieren.- Kamera ausrichten und den Halbmond schön mittig zentrieren,
- „Life View“ (10fach) in höchster Vergrößerung einschalten und das Bild scharf stellen (fokussieren).

2 Tage alte Mondsichel mit aschgrauem Mondlicht: Canon 60D mit 6“ Refraktor bei 1200mm Brennweite, 400 ASA, 4 Sekunden belichtet

Totale Mondfinsternis Juli 2018: Canon 60D mit 5“ Refraktor bei 800mm Brennweite, 200 ASA, 8 Sekunden belichtet

9 Tage alte Mondphase, aufgenommen mit Canon 60D am 6“ Refraktor bei 1200mm Brennweite, 200 ASA, 1/80 Sekunden belichtet
Und ein letzter Tipp:
- für Teleskopaufnahmen des aschgrauen Mondlichts und der totalen Phase von Mondfinsternissen muss eine parallaktische Montierung mit elektrischem Antrieb eingesetzt werden, da sich hier die Belichtungszeit durchaus im zehner Sekunden-bereich bewegt.
In den nächsten Monaten wollen wir Ihnen hier in loser Reihenfolge eine Reihe Tipps und Beiträge präsentieren, damit Sie die Faszination Mond selbst nachvollziehen können. Sind Sie Ready for the Moon?
- 15.04.19 Exklusive Angebote: Ready for the Moon Feiern Sie mit: 50 Jahre Mondlandung. Anlässlich dieses Jubiläums haben wir einige Produktsets erstellt, welche zu reduzierten Preisen im Fachhandel erhältlich sind.
- 15.04.19 Der Mond im Handy - Fototipps mit Smartphones Tipps und Tricks damit Aufnahmen durch das Teleskop mit dem Smartphone gelingen
- 22.05.19: Mondfotografie mit einer digitalen Spiegelreflexkamera Tipps und Tricks zur Mondfotografie durch ein Teleopjektiv und durch ein Teleskop.
- 22.05.19: Mondfotografie mit kleinen Videomodulen - Die Königsklasse Tipps und Tricks zur Videofotografie - Sie ist die Königsklasse der Sonnen,- Mond- und Planetenfotografie.
- 24.06.2019: Amateurastronomie - von Apollo-Zeiten zu modernster Technik mit 10Micron Eine kleine Zeitreise - von den Mondlandungen über das erwachte Astronomie-Interesse und die ersten Massenteleskope, bis hin zu den modernen und hochgenauen 10Micron-Montierungen.
- 16.07.2019: Die Apollo Landeplätze und ihre Umgebung Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der ersten bemannten Mondlandung richten wir den Blick auf die Apollo Landeplätze
- 14.08.2019: Mondstruktuen - Fotografisch und Visuell Kurze Beschreibung verschiedener Mondstrukturen, die dem Amateur in der fotografischen und visuellen Beobachtung zugängig sind
- 14.08.2019: Besonders interessante Mondregionen Wir haben drei spezielle Mondregionen für ihre Mondbeobachtungen ausgewählt, in denen möglichst viele der vorher beschriebenen lunaren Strukturen zu einer annähernd gleichen Mondphase (= Mondalter = Beleuchtung durch die Sonne) beobachtbar sind.






