Wir haben schon Anfang Dezember und sind damit nicht mehr weit von der Wintersonnenwende am 21. dieses Monats entfernt. Damit erwarten uns die kürzesten Tage und die längsten Nächte, sodass der Dezember ideal ist, um den Himmel zu beobachten und zu fotografieren! Außerdem bedeutet es auch, dass das Jahr 2024 schon wieder so gut wie vorüber ist. Die Zeit ist verflogen – wo ist sie hin!?
Nach Sonnenuntergang dominieren die Herbststernbilder Pegasus, Andromeda (mit der schwach schimmernden Andromeda-Galaxie) und Dreieck den Südhimmel. Gegen Mitternacht, rund sechs Stunden später, nähern sie sich bereits dem westlichen Horizont.

Gegen Mitternacht erstrecken sich die großen Wintersternbilder wie Fuhrmann, Stier, Zwillinge, Orion und Großer Hund hoch über unseren Köpfen bis hinab zum Südhimmel. Im Großen Hund leuchtet der hellste Stern an unserem Nachthimmel: Sirius mit einer scheinbaren Helligkeit von -1,46mag. Die Milchstraße erstreckt sich vom Südosthorizont in der Nähe des Großen Hundes durch die Schulter des Orion bis hoch zum Perseus, und dann immer weiter bis zum Nordwesthorizont mit dem Sternbild Schwan. Sie müssen die Milchstraße einfach nur mit einem niedrig-vergrößernden Fernglas wie Cometron 7x50 Fernglas (#824305 , € 65,- ) oder Nature DX 10x50 ED Dachkant (#824355 , € 319,- ) abfahren, um faszinierende Einblicke in unsere "Heimatgalaxis" zu genießen.

In diesen Wintersternbildern erwarten uns viele Deep-Sky-Objekte, die für Ferngläser wie das SkyMaster 15x70 (#821430 , € 139,- ) hervorragende Ziele sind. Der Fuhrmann zum Beispiel bietet eine Reihe schöner offener Sternhaufen, allen voran die Messier-Objekte M36, M37 und M38. Weitere offene Sternhaufen finden Sie in den Zwillingen (M35) und im Großen Hund (M41, den schon Aristoteles 325 v.Chr. mit bloßem Auge als "wolkigen Fleck" beschrieb). Und natürlich gibt es noch den berühmten Orionnebel M42, ein Sternentstehungsgebiet, das schon mit bloßem Auge zu finden ist und dessen Anblick in Ferngläsern und Teleskopen jeden Sternfreund immer wieder in seinen Bann zieht. Auf Orion und seine Deep-Sky-Schätze werfen wir bald einen näheren Blick.

Wenden wir uns erst einmal den hellen Planeten zu. Venus wird nach Sonnenuntergang zu einem immer helleren und auffälligeren Abendstern am Südwesthimmel. Im Lauf des Monats steigt sie immer höher über den Horizont, bis sie gegen Monatsende kurz nach Sonnenuntergang etwa 22 Grad hoch über dem Horizont steht. Mit einer Helligkeit von ~-4mag ist sie kaum zu übersehen! Im Fernrohr erscheint sie als "Halbvenus", ihr Durchmesser nimmt stetig zu von ~17 Bogensekunden Anfang des Monats bis hin zu 22 Bogensekunden Ende Dezember.
Mars im Sternbild Krebs geht ein paar Stunden nach Jupiter auf. Er ist nicht weit vom Sternhaufen Krippe (M44) entfernt und die ganze Nacht über sichtbar. Am Morgen des 18. Dezember wird der rote Planet vom Mond bedeckt werden – leider erst am Vormittag, gegen 10:25 MEZ. Da beide knapp über dem Westhorizont stehen (in etwa drei Grad Höhe), die Sonne längst aufgegangen ist und das Ereignis endet, wenn der Mond bereits untergegangen ist, ist das eine echte Herausforderung für alle Beobachter!
Wenn der Himmel nach Sonnenuntergang allmählich dunkel wird, taucht Jupiter tief am Nordosthorizont aus der Dämmerung auf. Dann bleibt er die ganze Nacht über an unserem Himmel sichtbar. Sie haben also ausreichend Zeit, um den größten Planet des Sonnensystems zu erkunden.
Der Ringplanet Saturn steht nach Sonnenuntergang bereits in der Nähe des Meridians, sodass er bis in den späten Abend zu sehen sein wird. Etwa fünf Stunden nach Sonnenuntergang endet seine Sichtbarkeit. Seine Ringe sind zurzeit eine kleine Herausforderung, da wir fast von der Seite auf ihre Kante blicken..
Gegen Monatsmitte können wir uns auch auf den Sternschnuppenstrom der Geminiden freuen, auch wenn der fast volle Mond bedeutet, dass uns die schwächeren Sternschnuppe entgehen werden.
Highlights am Nachthimmel: Dezember

- 1. Dezember: Neumond
- 4. Dezember: Enge Begegnung von Mond und Jupiter am Abendhimmel
- 8. Dezember: Mond im ersten Viertel
- 13. Dezember: Sehr enge Begegnung des Mondes mit dem offenen Sternhaufen der Plejaden (M45) am Osthimmel nach Sonnenuntergang
- 14. Dezember: Maximum des Sternschnuppenstroms der Geminiden, enge Begegnung von Mond und Jupiter
- 15. Dezember: Vollmond
- 18. Dezember: Bedeckung des Mars durch den Mond am Vormittag ab 10:25 MEZ. Mond und Mars stehen sehr tief am Westhorizont in nur etwa drei Grad Höhe und gehen kurz nach Beginn der Bedeckung unter.
- 20. Dezember: Merkur erreicht bei Sonnenaufgang seine größte Höhe (14 Grad) über dem Horizont am Morgenhimmel
- 21. Dezember: Wintersonnenwende auf der Nordhalbkugel
- 22. Dezember: Mond im letzten Viertel
- 25. Dezember: Größte westliche Elongation von Merkur am Morgenhimmel
- 30.Dezember: Neumond

Im Fokus: Tauschutz am Teleskop und Taurus, der Stier, am Himmel
Wenn die Sonne untergeht und der Himmel dunkler wird, kann sich Tau auf Tubus und Objektiv Ihres Teleskop niederschlagen. In dieser Jahreszeit, in der die Temperaturen anders als im Herbst auch schon einmal unter den Gefrierpunkt fallen können, kann der Tau sogar gefrieren. Katadioptrische Teleskope wie Schmidt-Cassegrain-/EdgeHD- und Maksutow-Cassegrain-Teleskope sowie Linsenfernrohre, bei denen sich das Objektiv ungeschützt an der Vorderseite des Tubus befindet, sind besonders anfällig für Tau. Wenn Tau oder Eisbildung nicht beseitigt werden, findet Ihr Beobachtungsabend ein jähes Ende – Sie sehen im Teleskop kein scharfes Bild mehr. Celestron bietet eine Reihe von Zubehör an, das beim Kampf gegen Tau hilft.
Da wäre zunächst eine einfache und preiswerte Lösung in Form einer Reihe von flexiblen, haltbaren Kunststoff-Taukappen für die Celestron SCT/EdgeHD Teleskope, die einfach um die Vorderseite des Teleskop gewickelt und mit Klettverschluss befestigt werden. Sie haben eine Aussparung für die Schwalbenschwanzschiene und ein schwarz ausgekleidetes Inneres zur effektiveren Streulichtunterdrückung für besseren Kontrast. Celestron bietet zwei dieser Taukappen an:
- Eine für die 6” und 8” SCT/EdgeHD Modelle:
Tauschutzkappe DX für C6 und C8 (#821128 , € 39,- ) - und eine für die größeren 9.25” und 11” SCT/EdgeHD Modelle:
Tauschutzkappe DX für C9,25 und C11 (#821129 , € 45,- )
Der Klettverschluss wird einfach an den jeweiligen Tubusdurchmesser angepasst. Wenn sie nicht eingesetzt werden, können sie platzsparend entweder flach ausgebreitet oder zusammengerollt gelagert werden.

Taukappen aus Aluminium für die Schmidt-Cassegrain/EdgeHD-Teleskope von 6" bis 14" sowie für die 8”, 11” und 14” RASA Astrographen sind ebenfalls erhältlich:
- Taukappe aus Aluminium für 6" / 8" / 9.25" / 11" / 14" (verschiedene Versionen erhältlich)
Das Innere dieser festen Taukappen ist gegen Streulicht mit schwarzem Velours ausgekleidet. Sie passen leicht auf die jeweiligen Teleskope und bieten einen Kabeldurchlass für die Tauschutzringe von Celestron (s.u.). Zu ihrem Lieferumfang gehört außerdem ein Staubschutzdeckel, sodass sie permanent auf dem Teleskop bleiben können, auch wenn es nicht im Einsatz ist.
Eine aktive Lösung im Kampf gegen den Tau gibt es in Form der Celestron Tauschutz-Heizringe für 5", 6", 8", 9.25", 11" und 14" (verschiedene Versionen erhältlich) , passend für SCT/EdgeHD Teleskope von 5” bis 14” Öffnung sowie für die RASA-Serie. Dieser Aluminium-Heizring ersetzt den originalen Haltering der Schmidtplatte. Die Installation ist mit der beiliegenden Anleitung kein Problem. Sobald er einmal eingebaut wurde, ist er immer sofort einsatzbereit. Wenn er an eine 12V DC Stromquelle angeschlossen wird, arbeitet er im "Stand-Alone-Modus" mit voller Leistung und wird – da er direkten Kontakt mit der Schmidtplatte hat – diese direkt erwärmen und so die Bildung von Tau verhindern.

Der Tauchutz-Heizring kann auch mit Smarte Tauschutz-Steuerung 2X (#825922 , € 349,- ) oder Smarte Strom- und Tauschutz-Steuerung 4X (#825924 , € 579,- ) betrieben werden. Diese Steuergeräte nutzen ihre integrierten Umgebungssensoren zusammen mit dem im Heizring eingebauten Thermistor (Temperaturfühler), um die Schmidtplatte effizient gerade nur mit ausreichend Wärme zu versorgen, um die Bildung von Tau zu verhindern, was die Lebensdauer der Akkus erheblich verlängern kann. Diese aktive Tauschutz-Lösung kann mit der bereits erwähnten festen Aluminium-Taukappe (mit Kabeldurchlässen für den Heizring) kombiniert werden, um auch das Eindringen von Feuchtigkeit und Streulicht in die Teleskopoptik zu reduzieren.
Weitere Informationen über die Celestron Tauschutz-Lösungen finden Sie hier:
Tauschutz mit Celestron 14. Februar 2022 - Erfahren Sie, wie Sie mit Celestron-Zubehör effektiven Tau- und Frostschutz für Ihre Teleskope erreichen. Mit Heizbändern, Taukappen und Kontrollgeräten schützen Sie Ihre Ausrüstung und gewährleisten klare Sichtverhältnisse. Weiter lesenTaurus, der Stier
Der Stier gehört zu den ältesten und bekanntesten Sternbildern. Eine steinzeitliche Höhlenmalerei im Saal der Stiere in der Höhle von Lascaux in Südwestfrankreich, die um 15.000 v. Chr. entstand, zeigt vermutlich die Umrisse des Sternbilds sowie den Sternhaufen der Plejaden. Mit fast 800 Quadratgrad ist der Stier auf Platz 17 in der Liste der größten Sternbilder. 17 seiner Sterne tragen Eigennamen, die von der IAU offiziell anerkannt wurden. Dazu gehört auch sein Hauptstern Aldebaran, der 13.-hellste Stern an unserem Himmel. Seine Helligkeit schwankt zwischen 0,75 und 0,5mag.
Unsere Auswahl an Deep-Sky-Objekten im Stier umfasst:
Messier 45: Beginnen wir doch mit diesem offenen Sternhaufen, der allgemein als Plejaden bekannt ist. Er ist das berühmteste Deep-Sky-Objekt in diesem Sternbild und wahrscheinlich eines der bekanntesten überhaupt am Nachthimmel. Der Sternhaufen, der mehr als 1000 Mitglieder hat, bedeckt an unserem Himmel eine Fläche von etwa 2 Grad und ist mit einer Helligkeit von 1,6mag problemlos mit bloßem Auge zu sehen. Er wird auch oft als „Siebengestirn“ bezeichnet, da manche Menschen sieben Sterne sehen können, viele jedoch nur sechs – wobei der siebte Stern fast so hell ist wie der achte, hier kommt wohl alte Zahlenmagie zum Vorschein. Wie viele Sterne können Sie ohne optische Hilfsmittel sehen? Der Sternhaufen enthält viele heiße blaue Sterne, die sich in Richtung Orion bewegen und durch eine staubreiche interstellare Region ziehen. Die Sterne beleuchten den umgebenden Staub als Reflexionsnebel. Es ist möglich, den Nebel rund um den Stern Merope in Teleskopen mit einer Öffnung von nur 150 mm bei geringer bis mittlerer Vergrößerung (25×-100×) zu sehen. Dazu muss man Merope, einen Stern der vierten Größenklasse, außerhalb des Okulars platzieren und indirektes Sehen benutzen.
Der Sternhaufen ist ein wunderbarer Anblick in einem Fernglas, wenn man den gesamten Sternhaufen in seine Umgebung eingebettet sieht. Er ist auch ein perfektes Ziel für die Astrofotografie mit kurzbrennweitigen Teleskopen wie den Celestron RASA und dem Celestron Origin, die den blauen Reflexionsnebel rasch zeigen.

Messier 1: Der rund 6.500 Lichtjahre entfernte M1 (NGC1952) ist auch als Krebsnebel bekannt. Im Englischen heißt er dagegen Crab Nebula, also Krabbennebel, da er den irischen Astronom Lord Rosse 1844 an eine Krabbe erinnerte, als er ihn mit seinem "Leviathan" genannten Spiegelteleskop mit einer Öffnung von 914 mm beobachtete. Der Nebel ist der Überrest eines explodierten Sterns (Supernova), der 1054 n. Chr. von chinesischen Astronomen beobachtet und aufgezeichnet wurde. Die Explosion war hell genug, um kurzzeitig sogar bei Tageslicht gesehen zu werden. Im Zentrum des Nebels befindet sich ein dichter Neutronenstern, der sich etwas mehr als 30 Mal pro Sekunde um seine Achse dreht. Mit einer Helligkeit von 8,4mag ist M1 hell genug, um ihn bei dunklem Himmel bereits mit einem 10x50-Fernglas wie UpClose G2 10x50 - Porro (#824256 , € 62,- ) zu erspähen, aber mit seiner geringen Größe von 8 x 4 Bogenminuten erscheint er dann nur als kleiner, diffuser, unscharfer „Fleck“. Mit einem kleineren Teleskop bei 50-70facher Vergrößerung kann man den Nebel leichter erkennen. Bilder, die mit kleinen Refraktoren mit 100 mm (4") Öffnung aufgenommen werden, können bereits einige Details im Nebel zeigen, und größere Instrumente wie das 11" EdgeHD Tubus (OTA) mit 3" Schiene (76mm) (#822215X , € 4199,- ) ermöglichen Aufnahmen der komplexen Strukturen des Supernova-Überrests.

Die Hyaden: Dieser offene Sternhaufen, der mehrere hundert Sterne enthält, trägt auch die Katalognummern Caldwell 41, Melotte 25 und Collinder 50. Der hellste Stern des Sternbilds, Aldebaran, scheint ebenfalls Teil der Hyaden zu sein, steht aber nur zufällig in der selben Blickrichtung. Die Hyaden sind schon für das bloße Auge sichtbar, und die hellsten Sterne bilden ein auf der Seite liegendes "V" mit knapp über 5 Grad Durchmesser. In Ferngläsern wie dem SkyMaster Pro ED 7x50 (#821570 , € 279,- ) wirken die Hyaden am schönsten.
NGC1647: Dieser offene Sternhaufen mit einer Helligkeit von 6,4mag liegt in der Nähe von Aldebaran und hat einen Durchmesser von einem Dreiviertel Grad. Er wird oft übersehen, da Hyaden und Plejaden alle Blicke auf sich ziehen. Greifen Sie am besten zu einem Fernglas wie dem SkyMaster 15x70 (#821430 , € 139,- ) , um ihn in seiner ganzen Pracht zu sehen. Manchmal wird es als "Piratenmond-Haufen" bezeichnet – ein Name, den er dem bekannten Astronom Stephen James O’Meara verdankt.
NGC1807 und NGC1817: Die beiden benachbarten offenen Sternhaufen mit Helligkeiten von ~7 und ~7,7mag werden gelegentlich als "Doppelhaufen für arme Leute" bezeichnet. Mit einem Abstand von 0,5 Grad bilden sie ein ähnliches Paar wie der berühmte Doppel-Haufen h und Chi Persei, enthalten aber wesentlich weniger Sterne – daher sind sie die "arme-Leute-Version". Sie sind ein Ziel für Ferngläser und kleine Teleskope bei niedriger Vergrößerung.

NGC1514: Die "Kristallkugel" ist ein 2,2 Bogenminuten großer Planetarischer Nebel mit einer Helligkeit von etwa zehnter Größe, der etwas mehr als 2000 Lichtjahre von uns entfernt ist. Sie finden ihn an der Grenze zum Sternbild Perseus. Er liegt bereits in der Reichweite von Ferngläsern wie dem Celestron SkyMaster 20x80 SkyMaster Pro ED 20x80 (#821572 , € 569,- ) oder kleineren Teleskopen wie dem StarSense Explorer 150mm Dobson Celestron StarSense Explorer 150mm Tabletop Dobson (#822127 , € 719,- ) , wobei er bei Vergrößerungen ab etwa 150x und mehr nicht mehr nur als unscharfer Stern erscheint.
Ein OIII-Filter kann bei der Beobachtung dieses Nebels ebenfalls helfen. Aufnahmen durch Teleskope mit 8” Öffnung wie dem 8" SC-XLT Tubus (OTA) mit 3" Schiene (76mm) (#820160X , € 1379,- ) zeigen die bläulichen Strukturen im Inneren des Nebels – je mehr Öffnung Sie nutzen, desto mehr Details erkennen Sie.
Da dies unsere letzte reguläre Himmelsvorschau für 2024 ist, möchten wir die Gelegenheit nutzen und allen frohe Weihnachten zu wünschen sowie alles Gute und klaren Himmel für 2025







